Wir in Winden

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Artikel der Kategorie ‘Wald’

Die Fichten sind nicht mehr zu retten

Oktober 02, 2019 Von: Redaktion Kategorie: Wald 1 Kommentar →

Der Landtagsabgeordnete Jörg Denninghoff (links) im Gespräch mit Forstleuten und Ortsbürgermeister Stefan Mertlich (3.v. re.).

Der SPD Landtagsabgeordnete Jörg Denninghoff hat das Forstrevier Winden besucht, um sich ein Bild vom Ausmaß der Waldschäden dort zu machen. Die Förster Peter Langen (Nassau), Johannes Gieseler (Singhofen) und Felix Janz (Winden) zeigten dem Politiker die am stärksten geschädigten Waldbereiche und erläuterten Denninghoff die dramatische Situation in ihren Revieren. Windwurf, Trockenheit und infolge dessen die Baumschädlinge Borkenkäfer und Buchdrucker haben den Wäldern stark zugesetzt. Wie Denninghoff erfuhr, ist Winden die am stärksten betroffene Kommune. Aber auch in den Nachbarrevieren gilt die Lage des Waldes als katastrophal. Die Sicht der Ortsgemeinde vertraten Ortsbürgermeister Stefan Mertlich und der 1. Beigeordnete Thomas Kurth.

Nach Aussage des Landesforstamtes und der Revieförster wird keine Fichte den Schädlingsbefall überstehen. Dem Windener Forstbetrieb werde somit die Fichte als Nutzholzbaum und damit als wirtschaftliche Grundlage vollständig entzogen. Die Folgen seien weitreichend, da sich nach Meinung der Fachleute die Wiederaufforstung für die nachfolgenden Generationen wegen der Trockenheit äußerst schwierig gestaltet. Gerechnet wird mit einem Verlust bei den Neuanpflanzungen in Höhe von 70 Prozent. Eine Bewässerung der Flächen sei nicht möglich.

Dies hatte die Gemeinde Winden im Sommer bereits mit einem Aufwand von 50 bis 60 m³ Wasser und der Unterstützung von Freiwilligen versucht. Dabei zeigte sich, dass eine Bewässerung auf der gesamten Aufforstungsfläche nicht möglich ist, da hierfür schlicht nicht genügend Wasser vorhanden ist. Die Folgen des Absterbens der Fichte seien jetzt schon deutlich erkennbar, allerdings würden sich sowohl das Ortsbild als auch der Wald noch weiter verändern.

Vor allem die wirtschaftlichen Folgen sind gravierend: Die Einnahmen durch die Vermarktung des Schadholzes decken nicht die zu erwartenden Kosten der Wiederaufforstung. Auch wenn kurzzeitig „Überschüsse“ durch den massiven Abverkauf von Schadholz erwirtschaftet werden, stehen die Einnahmen aus dem Forst für Jahrzehnte nicht mehr zur Verfügung. Mehr noch: Da der Wald zum Eigenkapital der Gemeinde zählt, muss zudem eine Neubewertung des Eigenkapitals im Gemeindehaushalt mittelfristig erfolgen.

Die Folgen eines solchen Schritt sind nicht unerheblich, da die Kreditvergabe und damit die Finanzierung der gemeindlichen Vorhaben deutlich erschwert wird. Forstleute und Kommunalpolitiker sind sich darin einig, dass hier das Land gefordert ist. Die im Landesetat für die Wiederaufforstung eingestellten Mittel in Höhe von 5,6 Millionen Euro für ganz Rheinland Pfalz decken nicht einmal die Schäden ab, die alleine in den Revieren Winden, Nassau und Singhofen zu verzeichnen sind. An Jörg Denninghoff als Mitglied der Regierungspartei wurde deshalb mehrfach appelliert, dass das Land mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stellt. Außerdem wurde er gebeten, die katastrophale Situation der am stärksten betroffenen Ortsgemeinde Winden und die der Nachbargemeinden im Landtag zu verdeutlichen.

Sollte dies nicht geschehen, würde die notwendige Absenkung der Eigenkapitalbewertung der Ortsgemeinden notwendige Investitionen hinaus zögern und das Land Rheinland-Pfalz dazu zwingen, höhere Landesbürgschaften zu leisten. Ortsbürgermeister Stefan Mertlich richtete daher einen dringenden Appell an den Abgeordneten Denninghoff: „Die Verantwortung gegenüber den nachfolgenden Generationen erlaubt es uns nicht, hier weg zu schauen und den Schaden am Wald und damit auch am wirtschaftlichen Forst einfach hinzunehmen. Wir alle sind gefordert, den Wald nicht nur aus dem wirtschaftlichen Zweck sondern auch als Naherholungsgebiet zu erhalten. Die Folgen für uns alle sind nicht nur finanzieller Natur. Es betrifft maßgeblich die Entwicklung der Grundwasserstände (Schutz vor Austrockknung des Bodens, Filtration von Feinstäuben und das geht uns alle etwas an.“

Hintergrund

Im Winter 2017/18 zogen mehrere Stürme über Rheinlandpfalz, unter anderem Orkan Friederike. Der Sturm sorgte für enorme Schäden im Windener Wald . Der Windener Wald ist überwiegend von Fichten geprägt; viele von ihnen sind umgestürzt. Ideale Bedingungen für die Vermehrung von Borkenkäfern der Art Buchdrucker: Die Buchdrucker befallen ausschließlich Fichten. In den umgekippten Bäumen haben sie viel Raum zum Brüten. Ab April war es zudem warm und trocken. Das war gut für Borkenkäfer, aber schlecht für die Fichten: Aufgrund des Wassermangels konnten die noch gesunden Bäume nicht genug Harz bilden. Das wäre aber nötig, um die Einnistung der Borkenkäfer ins Holz zu verhindern. Zudem sind die Fichten im Harz vorrangig von Menschen angepflanzt worden. Dadurch stehen viele gleich alte und eher ältere und somit schwächere Fichten dicht zusammen. Solche reinen Fichtenwälder können von Borkenkäfern großflächig zerstört werden. Wären die Wälder Mischwälder mit unterschiedlichen Baumarten sowie jüngeren und älteren Bäumen, würden die Schäden nicht so flächendeckend ausfallen. Denn für Waldbesitzer kann der Borkenkäfer existenzbedrohend sein, wie am Windener Wald ersichtlich.

Hundehalter aufgepasst: Fuchsräude auf dem Vormarsch

August 13, 2019 Von: Redaktion Kategorie: Allgemein, Wald Noch keine Kommentare →

Seit einiger Zeit werden auf Windener Gemarkung immer wieder räudige Füchse gesichtet. Darauf macht Revierförster Felix Janz aufmerksam. Bei der Fuchsräude, so Janz, befallen sogenannte Grabmilben die Haut der Füchse. Die Milbe legt ihre Eier in die Haut der Tiere und löst somit einen starken Juckreiz bei den Füchsen aus. Oftmals kratzen sich die Füchse daher ganze Fellpartien aus. Die erkrankten Füchse sterben oft innerhalb weniger Monate, können die Räude aber in Einzelfällen auch überleben und die kahlen Hautpartien ausheilen.

Heimische Hunde können sich laut Janz ebenfalls an der Fuchsräude anstecken. Das passiere hauptsächlich durch direkten Kontakt mit einem erkrankten oder verendeten Fuchs oder zum Beispiel durch abgefallene Hautkruste von kranken Füchsen. Die gute Nachricht: Wenn ein Hund an der Räude erkrankt, bestehen gute Heilungschancen durch eine Behandlung beim Tierarzt.

Zum Schutz der Hunde rät Förster Janz Hundehaltern daher, in Zukunft noch mehr als sonst darauf zu achten, dass sie die Hunde an der Leine führen oder die Vierbeiner im direkten Einwirkungskreis des Hundeführers bleiben.

Füchse, so Janz weiter, sind „absolute Kulturfolger“, die sich überall dort wohlfühlen, wo der Mensch is(s)t. Dort finden sie einfache Nahrung wie Restmüll, Katzenfutter oder einfach Früchte von Obstbäumen am Ortsrand. Aber nicht jeder Fuchs, der jetzt im Sommer in Ortsnähe oder gar im Garten gesichtet wird, müsse zwangsläufig krank sein.

Waldbegang und Wässerungsaktion in Winden

Juli 25, 2019 Von: Redaktion Kategorie: Wald 1 Kommentar →

Die Ortsgemeinde Winden lädt alle Einwohner und Interessierte für Samstag, 3. August, 9 Uhr, zu einem Waldbegang ein. Treffpunkt ist am Sportplatz in Winden

Die vergangenen Stürme und das extrem trockene Wetter haben das Bild des Windener Waldes sichtbar verändert. Bei einem Streifzug durch den Forst soll das Ausmaß der Trockenheit sichtbar gemacht und den Teilnehmern die Zusammenhänge und langfristige Bedeutung für den Windener Wald verständlich gemacht werden. 

Die vor einigen Wochen durchgeführten Neuanpflanzungen von Bäumen, im Großteil Douglasien sowie Linden und Vogelkirschen, sind aufgrund der momentanen Trockenheit stark gefährdet. Durch eine private Initiative von Stefan Hermans und einiger Helfer, konnten bereits viele Setzlinge vor dem Vertrocknen gerettet werden. Mehrere tausend Liter Wasser wurden mit freundlicher Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Winden aus dem Dorfbrunnen gepumpt und mit Traktoren an Ort und Stelle gefahren. Diese Aktion wird am 3. August in einer größeren Aktion fortgeführt. Jeder, der mithelfen möchte, ist dazu herzlich eingeladen. Die Bewässerung der Setzlinge beginnt gegen 18 Uhr im Bereich der Glascontainer am Forst

Aufforstung kahler Flächen hat begonnen

März 30, 2019 Von: Redaktion Kategorie: Wald 10 Kommentare →

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Nach den katastrophalen Naturbedingungen — Trockenheit und Windwurf — des letzten Jahres im Windener Wald gibt es Hoffnung. Aufmerksamen Spaziergänger ist es nicht entgangen, dass Hunderte von Holzpflöcken auf den kahlen Windwurfflächen stehen. Unter Leitung von Revierförster Felix Janz ist dort mit Neuanpflanzungen von Bäumen begonnen worden. Am Sportplatz wurden bereits 300 Vogelkirschen und 300 Linden gesetzt. Im Anschluss wurden etwa 4000 Douglasien-Zöglinge gepflanzt.

Im weiteren Verlauf des Forstes sollen insgesamt 400 Wildkirschen, 200 Bergahorn sowie 3000 Douglasien gepflanzt werden. Auf dem Diezer Berg werden weitere 1500 Douglasien gesetzt. Mit dieser Mischung von Natur- und Wirtschaftswald ist Förster Janz ein gesunder Mix gelungen, der eine ökologische Aufwertung für Menschen und Tiere bedeutet.

Felix Janz und alle Beteiligten sowie die Ortsgemeinde Winden hoffen, dass die Witterungsverhältnisse ein gesundes Wachstum ermöglicht. Eine Hilfe der Landesregierung oder des Bundes zeichnet sich allerdings bisher nicht ab. Der sogenannte Waldkrisengipfel am 26.März in Rettert hat keine praktischen und notwendige Unterstützung für die Ortsgemeinde und deren Waldbesitz gebracht. Bernd Schendel als Vertreter der Ortsgemeinde Winden war sehr enttäuscht über das Ausbleiben von Ergebnissen.

Überschuss aus dem Wald schrumpft deutlich

März 06, 2019 Von: Redaktion Kategorie: Gemeinderat, Wald Noch keine Kommentare →

Der Ortsgemeinderat hat den Forstwirtschaftsplan 2019 einstimmig genehmigt; dieser sieht einen deutlich geringeren Überschuss als 2018 vor. Laut Revierförster Felix Janz haben Stürme und anschließender Borkenkäferbefall den Wald, insbesondere die Fichte, erheblich geschädigt. Rund zehn Prozent der Gemeindewaldfläche gingen verloren und müssten in den kommenden Jahren sukzessive wieder aufgepflanzt werden. Der Forstetat 2018 weist laut Janz noch einen Überschuss in Höhe von 174.000 Euro aus. Durch die notwendigen Aufforstungen werde in den Folgejahren das Ergebnis  aber deutlich geringer ausfallen. So weist der Forstwirtschaftsplan für das Jahr 2019 Erträge in Höhe von 148.986 Euro aus, denen Aufwendungen in Höhe von 117.014 Euro gegenüberstehen. Im laufenden Jahr ist somit nur noch mit einem Ergebnis in Höhe von 31.972 Euro zu rechnen.

Der Forstwirtschaftsplan 2019 sieht folgende Eckpunkte vor:
Aufwendungen:
57.664 Euro für Produktionskosten
33.500 Euro für Waldbegründung und Waldpflege
4.900 Euro für Waldschutz gegen Wild und Verkehrssicherungen
500 Euro für Naturschutz und Landschaftspflege
5.000 Euro für Wegebaumaßnahmen
14.500 Euro für sonstige Maßnahmen
Erträge:
148.986 Euro Erlöse aus Holzverkäufen
Davon entfallen auf:
Eiche 30 Festmeter (fm)
Buche 200 fm
Fichte 6000 fm (alles Schad- bzw. Käferholz)
Douglasie 40 fm
Kiefer 10 fm
Lärche 10 fm

Auf Nachfrage aus dem Rat erläuterte Revierförster Janz, dass die Leittriebe der neu angepflanzten Baumsetzlinge zwei Mal jährlich gespritzt werden sollen. Diese Methode sei erprobt und erfolgreich. Nach drei Jahren sei eine Pflege der Neupflanzen nicht mehr notwendig. Großräumige Gatterungen als Schutz der Neupflanzen stellten auch eine Möglichkeit dar, seien aber unwirtschaftlich. Der Preis pro Pflanze inklusive zweimaligem Spritzen belaufe sich auf vier Euro. Eine Gatterung würde jedoch Kosten in Höhe von zehn Euro pro Pflanze verursachen.

Sturm und Borkenkäfer setzen Windener Wald zu

Dezember 19, 2018 Von: Redaktion Kategorie: Gemeinderat, Wald Noch keine Kommentare →

Windbruch und Borkenkäferbefall haben dem Windener Wald, besonders den Fichtenbeständen, stark zugesetzt. Revierförster Felix Janz beziffert die Gesamtmenge des sogenannten „Schadholzes“ auf rund 12.000 Festmeter. Dies entspreche dem Einschlag von acht normalen Jahren, sagte Janz kürzlich vor dem Gemeinderat. 95 Prozent des „Käferholzes“ seien bereits aufgearbeitet worden, 7000 Festmeter verkauft worden. Das Ergebnis beträgt rund 188.000 Euro bei Einnahmen von fast 380.000 und Kosten von etwa 191.000 Euro.

Weitere 5000 Festmeter Holz sind laut Janz abholbereit, wobei 4000 Festmeter vorgewiesen seien. Im Januar 2019 würden weitere 1200 Festmeter Fichtenlangholz an die Firma van Roje verkauft. Zufrieden zeigte sich der Revierförster mit den erzielten Preisen: Das Windwurfholz aus dem Sturm Brunhild sei größtenteils zu regulären Preisen vermarktet worden. Durch Forstamtsverträge sei es bis Mitte September auch gelungen, die Käferholzmengen aufzufangen. Zwischenzeitlich sei der Inlandsmarkt durch das Überangebot an Käferholz jedoch vollständig gesättigt. Große Teile des Fichtenlangholzes gingen daher in den Export, was einen enormen Preisverfall zur Folge habe.

Janz schlug vor, die im Windener Wald entstandenen Kahlflächen sukzessive wieder aufzuforsten. Hierfür müsse die Ortsgemeinde aus den jetzt erzielten Erlösen Geld zur Seite legen. Denn in den kommenden Jahren könne die Ortsgemeinde mit keinen größeren Gewinnen aus der Holzwirtschaft mehr rechnen. Janz empfahl, in Zukunft für eine größere Artenvielfalt im Windener Wald zu sorgen, weil dies das Risiko für weitere Schäden verringern würde. Bis zur nächsten Sitzung des Gemeinderates will Janz einen entsprechenden Plan vorlegen.

Aus dem Gemeinderat kam der Hinweis, dass eine Aufforstung mit Neupflanzen auch ein großes Risiko darstelle. So seien Neuanpflanzungen der Jahre 2017/18 in Folge des trockenen Sommers nicht angewachsen und vertrocknet. Hiergegen sei eine Naturverjüngung eher gewappnet.

Borkenkäfer befällt Windener Fichten

August 06, 2018 Von: Redaktion Kategorie: Wald Noch keine Kommentare →

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Winden_Borkenkäfer2Nach den verheerenden Sturmschäden vom Januar werden die Fichtenbestände im Windener Gemeindewald jetzt vom Borkenkäfer heimgesucht. Dies teilte der ehemalige Revierförster und Gemeinderatsmitglied Bernd Schendel mit. Die Käfer sind nicht größer als der Kopf eines Streichholzes. Die Käferweibchen bohren sich in die Rinde der Fichten und legen dort 50 bis 100 Eier ab.

Aus ihnen entwickeln sich in sechs bis acht Wochen geschlechtsreife Neukäfer, die wiederum sofort neue Eier legen. Gesunde, vitale Bäume wehren sich gegen den Befall, indem sie die sich einbohrenden Käfer mit Harz ersticken. Die seit Wochen anhaltende Trockenheit hat aber die Altfichten derart geschwächt, dass diese Abwehrmaßnahme nicht mehr funktioniert. So kann in diesem heißen Sommer ein Käfer durchaus bis zu 100.000 Nachkommen erzeugen. Schendel: „Schlimme Aussichten für unseren Wald.“

Um den finanziellen Schaden und eine weitere Massenvermehrung der Käfer einigermaßen zu begrenzen, müssen die befallenen Bäume nach Schendels fachlicher Meinung schnell aufgearbeitet und verkauft werden. Schendel schätzt die Masse des Käferholzes im Windener Gemeindewald auf derzeit mindestens 1000 Kubikmeter.

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Wie ein neuer Wald entsteht

Juli 05, 2018 Von: Redaktion Kategorie: Wald Noch keine Kommentare →

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Natürlicher Aufwuchs auf einer Windwurffläche innerhalb von wenigen Jahren. Unser Bild zeigt unter anderem:   Felix Janz (links), Bernd Schendel (3. v. links), Dr. Meinhard Olbrich (rechts) und Dr. Jürgen Gauer (5. v. rechts). Fotos: Herbert Baum

„Wir zeigen Ihnen, wie ein neuer Wald entsteht.“ Das Versprechen des ehemaligen Windener Revierförsters Bernd Schendel im Ohr, erfuhren die Teilnehmer bei der Waldexkursion des Geschichtsvereins Nassau an vier Stationen, wie eine natürliche Waldwirtschaft funktioniert. Gemeinsam mit dem erfahrenen Revierförster Schendel führten Dr. Jürgen Gauer von der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft und der neue Revierförster Felix Janz durch die verschiedenen „Waldbilder“, wie der Fachmann die vier Etappen nannte.
Eingangs der Exkursion schilderte Förster Janz inmitten eines Windwurfs seinen Einstieg in das neue Amt in Winden. Am 3. Januar, seinem ersten Arbeitstag, fegte der Orkan „Burglind“ auch über die Windener Höhe, am 15. Januar folgte der Orkan „Friederike“. Insgesamt zehn Millionen Kubikmeter Sturmholz lagen in den Wäldern von Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Thüringen am Boden. Die Aufarbeitung erfolgte gestaffelt nach einem mit der Holzindustrie abgestimmten Arbeitsplan bis zum Herbst dieses Jahres. Den Gemeindewald Winden hatte es mit 6000 Kubikmetern besonders hart getroffen, beträgt doch der normale Holzeinschlag gerade die Hälfte, nämlich 3000 Kubikmeter im Jahr.

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Die Exkursionsteilnehmer im Windbruch von „Burglind“ und „Friederike“.

Wie aber geht die Natur mit einem solchen Schadensereignis um? (mehr …)

Felix Janz ist neuer Revierförster in Winden

April 01, 2018 Von: Redaktion Kategorie: Gemeinderat, Wald Noch keine Kommentare →

Der Lahnsteiner Fostamtsleiter Hans-Leo Cremer hat in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Felix Janz als neuen Revierförster von Winden vorgestellt. Cremer zeigte sich erfreut, einen jungen Förster gewinnen zu können, der auch langfristig bereit sei, dieses Amt auszufüllen. Felix Janz wohnt bereits in Winden, wo er zusätzlich durch den Beauftragten der Gemeinde in Forstangelegenheiten, Bernd Schendel, selbst ehemals Revierförster,  beraten und in die Besonderheiten des Reviers Winden eingewiesen wird. Ortsbürgermeister Gebhard Linscheid begrüßt die Verpflichtung von Janz außerordentlich, sei es doch in den letzten beiden Jahren vermehrt zu Vakanzen und Unstimmigkeiten im Forstbereich gekommen. Linscheid betont nochmals die oberste Priorität einer kontinuierlichen Führung des Forstrevieres und der damit verbundenen Bewirtschaftung des Waldes.

Cremer lobte nochmals die gute Arbeit von Janz‘ Vorgänger Jochen Hartmann und dem Interimsförster Jonas Fröhlich, denen er für ihre Arbeit dankte. Cremer informierte den Gemeinderat außerdem über bevorstehende Veränderungen im Bereich der Holzvermarktung. Demnach sei in Zukunft eine kommunale Vermarktung durch die Forstämter nicht mehr möglich. Stattdessen würden kommunale Forstvermarkungsstellen geschaffen, die als eigenständige Holzvermarktungsorganisationen arbeiteten.

Das im Revier gelagerte Sturmholz sei bereits zu einem guten Preis verkauft worden, so Cremer weiter. Die Holzmenge infolge des Sturmschadens im Revier Winden beziffert der Forstamtsleiter auf etwa 4500 bis 5000 Festmeter; im gesamten nördlichen Rheinland-Pfalz seien es 50.000 Festmeter. Der Gemeinderat beschloss daher, den geplanten Laubholzeinschlag für das Jahr 2018 komplett zu streichen.

Sturmholz erziele aufgrund von Qualitätsmängeln allerdings einen geringeren Preis, machte Cremer deutlich. Der Preisabschlag bei der Buche betrage beispielsweise zehn  Euro pro Festmeter. Auch sei eine schnelle Vermarktung notwendig, um hohe Lagerkosten und Käferbefall zu vermeiden.

Ortsbürgermeister Linscheid wies darauf hin, dass zeitnahe Neuanpflanzungen auch mit Nadelholz einzuplanen sind. Die wirtschaftliche Nachhaltigkeit sei für die Ortsgemeinde von großer Bedeutung. Prof. Matthias Uhle stimmte zu und forderte eine Überarbeitung des Forstwirtschaftsplans für 2019 und die Anpassung der aktuellen Zahlen im laufenden Haushaltsjahr. Linscheid betonte, dass auch eine kontinuierliche Beförsterung auch nach der bevorstehenden Fusion der Verbandsgemeinden Nassau und Bad Ems von höchster Bedeutung sei. Dies auch mit Blick auf die Frage einer kommunalen oder staatlichen Beförsterung.

Nach Orkanen wird im Windener Wald „aufgeräumt“

Januar 20, 2018 Von: Redaktion Kategorie: Wald Noch keine Kommentare →

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Wenige Tage nachdem Sturm „Burglind“ und am Donnerstag dieser Woche Orkan „Friederike“ rund 3000 Bäume im, Windener Wald zu Boden gerissen haben, hat Förster Felix Janz die Schadholzmengen in Lieferverträge mit der Holzindustrie sowie Aufarbeitungsverträge mit Forstunternehmen einbinden können. Marcel Bröder von der Firma Kappus hat mit seinem Harvester im Waldteil „Forst“ mit der Aufarbeitung der Sturmfichten begonnen. Die riesengroße Maschine entastet die Stämme und zerteilt diese mit Hilfe eines Computerprogramms in mehrere Sortimente. Alles vollautomatisch. Aus den wertvollsten Baumteilen wird Bauholz ausgeformt, das in zwei Westerwälder Großsägewerken zeitnah verarbeitet wird. Faule und stark astige Stammteile werden zu Verpackungsholz oder gehen in die Spanplattenproduktion. Schwächere und feinastige Fichten werden an die Zellstoffindustrie geliefert und dort zu Papier verarbeitet.

Wald2Der Harvester arbeitet in der Stunde 1,5 Lkw-Ladungen (40 Kubikmeter) Holz auf – bei Bedarf in zwei Schichten pro Tag. Bewusst stehen bleiben auf den Windwurfflächen eine Anzahl Baumstümpfe von zwei bis vier Metern Höhe. Sie werden später Vögeln und Fledermäusen eine Heimstatt bieten und den Wald dadurch ökologisch aufwerten. Parallel zum Maschineneinsatz arbeiten die Forstwirte Peter Kurth und Andreas Klein das Schadholz in den Steilhängen auf. Eine sehr gefährliche Arbeit mit hohem Unfallpotenzial.

Alle Arbeiten müssen bis März abgeschlossen sein, da ab dann mit einer schnellen Holzentwertung durch Borkenkäferbefall zu befürchten ist. Ortsbürgermeister Gebhard Linscheid rechnet nach der Sturmholzaufarbeitung mit einem Überschuss in Höhe von 120.ooo Euro . Die Kosten für die notwendigen Neuanpflanzungen sind in dem Betrag bereits einkalkuliert.

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