Flurbereinigung in Winden geht weiter
Mit dem seit 2012 laufenden vereinfachten Flurbereinigungsverfahren hat sich der Ortsgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung befasst. Zwei Mitarbeiter des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum Westerwald-Osteifel (DLR) in Montabaur informierten die Ratsmitglieder über den aktuellen Sachstand des Verfahrens und gaben noch einmal Einblicke in dessen Zielsetzungen. Im Sitzungsverlauf beschloss der Gemeinderat, dass die Ortsgemeinde Winden die von der Teilnehmergemeinschaft neu geschaffenen oder geänderten gemeinschaftlichen Anlagen in Eigentum und Unterhaltung der Ortsgemeinde übernimmt. Insgesamt handelt es sich um Flächen in einer Größenordnung von weniger als 10.000 Quadratmetern, wie Ortsbürgermeister Gebhard Linscheid erklärte.
Zuvor hatte Norbert Diefenthal vom DLR den Ratsmitgliedern die vorgesehenen Maßnahmen erläutert, die ein Kostenvolumen von insgesamt 276.000 Euro haben. Davon zahlen Bund und Land 210.000 Euro, die restlichen 66.000 Euro müssen die übrigen Beteiligten aufbringen: Ortsgemeinde, Jagdgenossenschaft, LBM und die beteiligten Grundstückseigentümer. Laut Diefenbach plant die Teilnehmergemeinschaft den Bau eines geschotterten Fußweges und einer Zufahrt zur Kreisstraße 5 sowie einer 40-stufige Treppenanlage im Zuge des Fußweges von der Hauptstraße ins Sülzbachtal. Außerdem sollen in der Ortslage weitere Wirtschafts- und Erdwege neu angelegt, befestigt oder rekultiviert werden.
Im Gespräch mit der Rhein-Lahn-Zeitung präzisierte Ortschef Linscheid die geplanten Maßnahmen: Demnach bildet das Sülzbachtal einen Schwerpunkt der Flurbereinigung. Hier sollen nicht nur die Wege verbessert werden, sondern auch mit Hilfe einer Viehbeweidung der drohenden Verbuschung entgegengewirkt werden. Damit soll verhindert werden, dass „Winden langsam zuwächst“, wie Linscheid erklärte. Als weitere Maßnahmen nannte der Ortsbürgermeister die Renaturierung eines ehemaligen Regenrückhaltebeckens, mehr Freiraum für den Bachlauf und das Entfernen alter Zäune und Fichtenbestände. Anstelle der bisher kleinteiligen Parzellierung soll eine größere zusammenhängende Fläche im Eigentum der Ortsgemeinde geschaffen werden, so Linscheid weiter.
Am Friedhof sollen eine Parkfläche hergestellt, der Weg von „In der Heck“ zum Friedhof auf zwei Meter Breite ausgebaut und der Friedhofsweg selbst asphaltiert werden. Außerdem ist vorgesehen, dass Häuser neu eingemessen und die Zuschnitte von innerörtlichen Grundstücke so geändert werden, dass sie bebaubar sind.
Ziele der vereinnfachten Flurbereinigung sind laut Heiko Stumm vom DLR die Dorferneuerung, Verbesserung der Agrarstruktur, Umweltschutz, naturnahe Entwicklung von Gewässern, Gestaltung des Landschaftsbildes, aber auch die Klärung von Eigentumsverhältnissen, die Infrastrukturverbesserung und die Neuordnung des Grundbesitzes. Das Schließen innerörtlicher Baulücken und die Verbesserung der Grundstückssituation im Ortskern sind weitere wesentliche Ziele der Flurbereinigung. Ebenso geht es um die Eingrünung der Ortslage, die Erschließung und Zusammenlegung der unmittelbar an den Ortsbereich angrenzenden Grünlandflächen sowie die Förderung des Tourismus durch die Schaffung von Rundwanderwegen und innerörtlichen Verbindungswegen.






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