Wolfssichtungen in der Windener Gemarkung
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
unser Jagdpächter Gerd Kaiser hat mich darüber informiert, dass in letzter Zeit mehrfach Wölfe in der Windener Gemarkung beobachtet wurden. Zu den Beobachtungen liegen auch Fotoaufnahmen vor.
Ich möchte diese Hinweise zum Anlass nehmen, insbesondere alle Hundehalterinnen und Hundehalter um erhöhte Aufmerksamkeit zu bitten.
Bitte führen Sie Ihre Hunde bei Spaziergängen in Wald und Feld derzeit vorsorglich an der Leine und halten Sie sie möglichst unmittelbar bei sich.
Diese Empfehlung hat einen sachlichen und wissenschaftlich nachvollziehbaren Hintergrund. Wölfe meiden Menschen in der Regel und ziehen sich bei Begegnungen meist zurück. Gegenüber Hunden kann sich die Situation jedoch anders darstellen. Wolf und Haushund sind eng miteinander verwandt. Ein Hund kann von einem Wolf als Artgenosse, Konkurrent oder Eindringling in sein Revier wahrgenommen werden. Fachstellen empfehlen deshalb, Hunde in Gebieten mit Wolfsvorkommen in unmittelbarer Nähe des Menschen beziehungsweise an der Leine zu führen.
Sollten Sie einem Wolf begegnen:
* Bewahren Sie Ruhe und halten Sie ausreichend Abstand.
* Gehen Sie nicht auf das Tier zu und verfolgen Sie es nicht.
* Nehmen Sie Ihren Hund sofort kurz an die Leine und halten Sie ihn bei sich.
* Laufen Sie nicht weg, sondern entfernen Sie sich langsam.
* Falls sich das Tier nicht entfernt, machen Sie durch deutliches Sprechen, Rufen oder Händeklatschen auf sich aufmerksam.
* Füttern oder locken Sie Wölfe niemals an.
* Fotos oder Videos können für die Dokumentation hilfreich sein, sollten aber ausschließlich aus sicherer Entfernung aufgenommen werden.
Wichtig ist: Die Anwesenheit eines Wolfes bedeutet nicht automatisch eine Gefahr für Menschen. Wissenschaftliche Erkenntnisse und die Erfahrungen aus dem Wolfsmonitoring zeigen, dass wildlebende Wölfe Menschen normalerweise meiden.
Dennoch sollten Sichtungen ernst genommen und dokumentiert werden. Bitte merken Sie sich nach Möglichkeit Ort, Datum, Uhrzeit und Laufrichtung des Tieres. Fotos oder Videos können bei der fachlichen Bewertung besonders hilfreich sein.
Entsprechende Beobachtungen können dem Koordinationszentrum Luchs und Wolf Rheinland-Pfalz (KLUWO) gemeldet werden.
Hotline Großkarnivoren Rheinland-Pfalz: 06306 911 199
Ich bitte darum, auch die Ortsgemeinde über entsprechende Beobachtungen zu informieren. So können wir die Entwicklung in unserer Gemarkung aufmerksam verfolgen und bei Bedarf weitere Informationen an die Bevölkerung weitergeben.
Es besteht kein Anlass zur Panik. Aufmerksamkeit und ein verantwortungsvoller Umgang – insbesondere beim Führen von Hunden – sind derzeit jedoch angebracht.
Gebhard Linscheid
Ortsbürgermeister
Ortsgemeinde Winden






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