Winden hat viel vor – vom Spielplatz bis zur alten Schule

Bei der Einwohnerversammlung stellte Ortsbürgermeister Gebhard Linscheid laufende Projekte und die Planungen für die kommenden Jahre vor. Was wird gerade umgesetzt, was steht als Nächstes an und welche Vorhaben brauchen noch Zeit? Darüber informierte Ortsbürgermeister Gebhard Linscheid bei der Einwohnerversammlung am 22. September. Unter dem Motto „Vom Kleinen zum Großen“ führte er durch die Projekte der Ortsgemeinde.
Zu den kleineren Maßnahmen mit unmittelbarem Nutzen gehören zwei neue Defibrillatoren für das Bürgerhaus und das Dorfcafé. Beide Geräte sind bestellt. Auch die Lademöglichkeit für Elektrofahrzeuge an der Kindertagesstätte soll bald genutzt werden können. Noch fehlt die Zuleitung. Der Auftrag an den Netzbetreiber Syna ist erteilt; sobald die Anlage funktioniert, wird die Gemeinde darüber informieren.
Am Dorfcafé soll der Freisitz im Frühjahr 2027 wetterfest gestaltet werden. Gemeinsam mit dem Bürgerverein und Fachfirmen möchte die Gemeinde dafür sorgen, dass Gäste auch bei kühlerem Wetter geschützt draußen sitzen können. Der Spielplatz erhält unter anderem Sonnenschutz, eine Bank mit Tisch, einen abdeckbaren Sandkasten, ein neues Spielgerät und einen neuen Holzzaun. Die Umsetzung ist bis Sommer 2027 vorgesehen.
Im Bürgerhaus werden Blitzschutz und Notbeleuchtung erneuert. Ob zusätzliche Heizkörper eine Grundwärme sichern können, muss noch mit dem Bauamt und der Unfallkasse besprochen werden. Für Veranstaltungen auf dem Dorfplatz in der Mittelstraße ist ein abschließbarer Stromkasten vorgesehen. In der Triftstraße sollen im kommenden Jahr Geschwindigkeitsanzeigen für beide Fahrtrichtungen angebracht werden.
Auch der Friedhof soll sich verändern. Ein Planungsbüro erarbeitet Vorschläge, die neue Bestattungsformen berücksichtigen und frei werdende Flächen in die Gestaltung einbeziehen. Noch offen ist, ob und wo zwei bis drei Wohnmobilstellplätze entstehen können. Eine Machbarkeitsanalyse soll klären, welche Ausstattung erforderlich wäre, welche Kosten entstehen und welchen Nutzen das Angebot für Winden hätte.

Sichtbar voran geht es im Baugebiet „In der Heck“. Die gemeindeeigenen Grundstücke sind verkauft, die Bauarbeiten haben begonnen. Bis Mitte November soll die Baustraße fertig sein. Anschließend können die Grundstückseigentümer mit ihren Bauvorhaben starten.
Ein größerer Aufgabenblock bleibt die Sanierung der Straßen. Die Schulstraße ist fertiggestellt; knapp 55.000 Euro hat die Ortsgemeinde dafür aufgewendet. Ab März 2027 soll die Hahnenstraße saniert werden. Vorher stehen Arbeiten an Wasser- und Kanalleitungen im Bereich der Hauptstraße bis zur Schulstraße an. Für die weitere Sanierung der Hauptstraße laufen bereits Vorbereitungen.
Bei der K 4 von der Einfahrt Winden bis zum Kreuz Hübingen laufen ebenfalls die Planungen. Der Landesbetrieb Mobilität soll die notwendigen Mittel beim Rhein-Lahn-Kreis und beim Westerwaldkreis beantragen. Für das Vorhaben wurde ein Zeitraum von drei Jahren genannt.
Für die Gewerbefläche sucht ein beauftragter Makler nach passenden Unternehmen. Dabei spielt die benachbarte Photovoltaikanlage eine wichtige Rolle: Betriebe könnten den dort erzeugten Strom nutzen. Mehrere Ansätze werden auf ihre Umsetzbarkeit geprüft. Die Eigentümer der PV-Anlage beschäftigen sich außerdem mit einem Stromspeicher. Größe, Kosten und technische Möglichkeiten sollen untersucht werden.
Besonders wichtig für die weitere Entwicklung des Ortes ist die alte Schule. Dort soll seniorengerechter und bezahlbarer Wohnraum entstehen. Eine Machbarkeitsstudie muss zunächst zeigen, ob sich der Umbau sinnvoll umsetzen lässt. Unterstützung erhält das Vorhaben von der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz. Zudem soll ein Energieberater beauftragt werden, um Fördermittel bei BAFA und KfW zu beantragen. Bei einem positiven Ergebnis der Studie ist das Ziel, die Wohnungen bis Ende 2029 bezugsfertig zu machen. Zugleich besteht am Gebäude Handlungsbedarf: Dach, Heizung und weitere Teile der Infrastruktur zeigen bereits Schäden.
Das Wichtigste für Winden sind die Menschen
Den Abschluss der Einwohnerversammlung bildete bewusst das Ehrenamt. Ortsbürgermeister Gebhard Linscheid machte deutlich: Der Gemeinderat und der Ortsbürgermeister können planen, Entscheidungen treffen und Projekte voranbringen. Doch ohne Menschen, die mitmachen, Verantwortung übernehmen und sich für ihren Ort einsetzen, bleiben auch die besten Pläne wirkungslos. Straßen, Gebäude und öffentliche Plätze schaffen Voraussetzungen – mit Leben gefüllt werden sie durch die Menschen.
Deshalb galt der besondere Dank allen Vereinen, Gruppen und stillen Helfern. Ob jemand Veranstaltungen organisiert, das Dorfcafé mitgestaltet, im Verein mitarbeitet, Beete pflegt oder einfach dort anpackt, wo Hilfe gebraucht wird: Jeder Beitrag zählt, ob groß oder klein. Vieles geschieht im Hintergrund und ist keineswegs selbstverständlich.
Stellvertretend wurden der Bürgerverein, der das Dorfcafé seit zwei Jahren mit Leben und guten Ideen bereichert, sowie die „Freunde für Winden“ genannt, die sich einmal im Monat freitags um Plätze und Beete kümmern. Die Gemeinde unterstützt dieses Engagement auch finanziell: mit 1.500 Euro für den Bürgerverein zur Durchführung der Kirmes, 1.000 Euro für die Abteilung TSC des Sportvereins und Mitgliedsbeiträgen für örtliche Vereine.
Dass das Ehrenamt am Schluss stand, war daher kein Zufall. Es war der wichtigste Punkt des Abends. Denn alle Investitionen und Maßnahmen wären vergebens, wenn die Menschen fehlten, die etwas für Winden tun. Ihr Einsatz und ihr Zusammenhalt machen aus einem Ort eine Gemeinschaft – und genau darauf baut die Zukunft Windens auf.









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