{"id":9350,"date":"2019-10-02T17:56:55","date_gmt":"2019-10-02T15:56:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wir-in-winden.de\/?p=9350"},"modified":"2019-10-02T18:55:03","modified_gmt":"2019-10-02T16:55:03","slug":"die-fichten-sind-nicht-mehr-zu-retten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wir-in-winden.de\/?p=9350","title":{"rendered":"Die Fichten sind nicht mehr zu retten"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.wir-in-winden.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Winden_Wald2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9351\" width=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.wir-in-winden.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Winden_Wald2.jpg 945w, https:\/\/www.wir-in-winden.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Winden_Wald2-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.wir-in-winden.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Winden_Wald2-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 945px) 100vw, 945px\" \/><figcaption><em>Der Landtagsabgeordnete J\u00f6rg Denninghoff (links) im Gespr\u00e4ch mit Forstleuten und Ortsb\u00fcrgermeister Stefan Mertlich (3.v. re.).<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Der <strong>SPD Landtagsabgeordnete J\u00f6rg Denninghoff<\/strong> hat das <strong>Forstrevier Winden <\/strong>besucht, um sich ein Bild vom Ausma\u00df der Waldsch\u00e4den dort zu machen. Die F\u00f6rster <strong>Peter Langen <\/strong>(Nassau), <strong>Johannes Gieseler<\/strong> (Singhofen) und <strong>Felix Janz <\/strong>(Winden) zeigten dem Politiker die am st\u00e4rksten gesch\u00e4digten Waldbereiche und erl\u00e4uterten Denninghoff die dramatische Situation in ihren Revieren. Windwurf, Trockenheit und infolge dessen die Baumsch\u00e4dlinge Borkenk\u00e4fer und Buchdrucker haben den W\u00e4ldern stark zugesetzt.\u00a0Wie Denninghoff erfuhr, ist Winden die am st\u00e4rksten betroffene Kommune. Aber auch in den Nachbarrevieren gilt die Lage  des Waldes als katastrophal. Die Sicht der Ortsgemeinde vertraten Ortsb\u00fcrgermeister <strong>Stefan Mertlich <\/strong>und der 1. Beigeordnete <strong>Thomas Kurth<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Aussage des Landesforstamtes und der Revief\u00f6rster wird keine Fichte den Sch\u00e4dlingsbefall \u00fcberstehen. Dem Windener Forstbetrieb werde somit die Fichte als Nutzholzbaum und damit als wirtschaftliche Grundlage vollst\u00e4ndig entzogen. Die Folgen seien weitreichend, da sich nach Meinung der Fachleute die Wiederaufforstung f\u00fcr die nachfolgenden Generationen&nbsp;wegen der Trockenheit \u00e4u\u00dferst schwierig gestaltet. Gerechnet wird mit einem Verlust bei den Neuanpflanzungen in H\u00f6he von 70 Prozent. Eine Bew\u00e4sserung der Fl\u00e4chen sei nicht m\u00f6glich. <\/p>\n\n\n\n<p>Dies hatte die Gemeinde Winden im Sommer bereits mit einem Aufwand von 50 bis 60 m\u00b3 Wasser und der&nbsp;Unterst\u00fctzung von Freiwilligen versucht. Dabei zeigte sich, dass eine Bew\u00e4sserung auf der gesamten Aufforstungsfl\u00e4che nicht m\u00f6glich ist, da hierf\u00fcr schlicht nicht gen\u00fcgend Wasser vorhanden ist. Die Folgen des Absterbens der Fichte seien jetzt schon deutlich erkennbar, allerdings w\u00fcrden sich sowohl das Ortsbild als auch der Wald noch weiter ver\u00e4ndern. <\/p>\n\n\n\n<p>Vor allem die wirtschaftlichen Folgen sind gravierend: Die Einnahmen durch die Vermarktung des Schadholzes decken nicht die zu erwartenden Kosten&nbsp;der Wiederaufforstung. Auch wenn kurzzeitig &#8222;\u00dcbersch\u00fcsse&#8220; durch den massiven Abverkauf von Schadholz erwirtschaftet werden, stehen die Einnahmen aus dem Forst f\u00fcr Jahrzehnte nicht mehr zur Verf\u00fcgung. Mehr noch: Da der Wald&nbsp;zum Eigenkapital der Gemeinde z\u00e4hlt, muss zudem eine Neubewertung des Eigenkapitals im Gemeindehaushalt mittelfristig erfolgen. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Folgen eines solchen Schritt sind nicht unerheblich, da die Kreditvergabe und damit die Finanzierung der gemeindlichen Vorhaben deutlich erschwert wird. Forstleute und Kommunalpolitiker sind sich darin einig, dass hier das Land gefordert ist. Die im Landesetat f\u00fcr die Wiederaufforstung eingestellten Mittel in H\u00f6he von 5,6 Millionen Euro f\u00fcr ganz Rheinland Pfalz decken nicht einmal die Sch\u00e4den ab, die alleine in den Revieren Winden, Nassau und Singhofen zu verzeichnen sind. An J\u00f6rg Denninghoff als Mitglied der Regierungspartei wurde deshalb mehrfach appelliert, dass das Land mehr finanzielle Mittel zur Verf\u00fcgung stellt. Au\u00dferdem wurde er gebeten, die katastrophale Situation der am st\u00e4rksten betroffenen&nbsp;Ortsgemeinde Winden und die der Nachbargemeinden im Landtag zu verdeutlichen. <\/p>\n\n\n\n<p>Sollte dies nicht geschehen, w\u00fcrde die notwendige Absenkung der Eigenkapitalbewertung der Ortsgemeinden notwendige Investitionen hinaus z\u00f6gern und das Land Rheinland-Pfalz dazu zwingen, h\u00f6here Landesb\u00fcrgschaften zu leisten. Ortsb\u00fcrgermeister<strong> Stefan Mertlich<\/strong> richtete daher einen dringenden Appell an den Abgeordneten Denninghoff: &#8222;Die Verantwortung gegen\u00fcber den nachfolgenden Generationen erlaubt es uns nicht, hier weg zu schauen und den Schaden am Wald und damit auch am wirtschaftlichen Forst einfach hinzunehmen. Wir alle sind gefordert, den Wald nicht&nbsp;nur aus dem wirtschaftlichen Zweck sondern auch als Naherholungsgebiet zu erhalten. Die Folgen f\u00fcr uns alle sind nicht nur finanzieller Natur. Es betrifft ma\u00dfgeblich die Entwicklung der Grundwasserst\u00e4nde (Schutz vor&nbsp;Austrockknung des Bodens, Filtration von Feinst\u00e4uben und das geht uns alle etwas an.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.wir-in-winden.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Winden_Wald1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9352\" width=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.wir-in-winden.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Winden_Wald1.jpg 945w, https:\/\/www.wir-in-winden.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Winden_Wald1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.wir-in-winden.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Winden_Wald1-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 945px) 100vw, 945px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Hintergrund<\/h4>\n\n\n\n<p>Im Winter 2017\/18 zogen mehrere St\u00fcrme \u00fcber Rheinlandpfalz, unter anderem Orkan Friederike. Der Sturm sorgte f\u00fcr enorme Sch\u00e4den im Windener Wald . Der Windener Wald ist \u00fcberwiegend von Fichten gepr\u00e4gt; viele von ihnen sind umgest\u00fcrzt. Ideale Bedingungen f\u00fcr die Vermehrung von Borkenk\u00e4fern der Art Buchdrucker: Die Buchdrucker befallen ausschlie\u00dflich Fichten. In den umgekippten B\u00e4umen haben sie viel Raum zum Br\u00fcten.&nbsp;Ab April war es zudem warm und trocken. Das war gut f\u00fcr Borkenk\u00e4fer, aber schlecht f\u00fcr die Fichten: Aufgrund des Wassermangels konnten die noch gesunden B\u00e4ume nicht genug Harz bilden. Das w\u00e4re aber n\u00f6tig, um die Einnistung der Borkenk\u00e4fer ins Holz zu verhindern. Zudem sind die Fichten im Harz vorrangig von Menschen angepflanzt worden. Dadurch stehen viele gleich alte und eher \u00e4ltere und somit schw\u00e4chere  Fichten dicht zusammen. Solche reinen Fichtenw\u00e4lder k\u00f6nnen von Borkenk\u00e4fern gro\u00dffl\u00e4chig zerst\u00f6rt werden. W\u00e4ren die W\u00e4lder Mischw\u00e4lder mit unterschiedlichen Baumarten sowie j\u00fcngeren und \u00e4lteren B\u00e4umen, w\u00fcrden die Sch\u00e4den nicht so fl\u00e4chendeckend ausfallen.&nbsp;Denn f\u00fcr Waldbesitzer kann der Borkenk\u00e4fer existenzbedrohend sein, wie am Windener Wald ersichtlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der SPD Landtagsabgeordnete J\u00f6rg Denninghoff hat das Forstrevier Winden besucht, um sich ein Bild vom Ausma\u00df der Waldsch\u00e4den dort zu machen. Die F\u00f6rster Peter Langen (Nassau), Johannes Gieseler (Singhofen) und Felix Janz (Winden) zeigten dem Politiker die am st\u00e4rksten gesch\u00e4digten Waldbereiche und erl\u00e4uterten Denninghoff die dramatische Situation in ihren Revieren. 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