{"id":5196,"date":"2013-07-06T20:26:39","date_gmt":"2013-07-06T18:26:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wir-in-winden.de\/?p=5196"},"modified":"2013-07-06T23:12:52","modified_gmt":"2013-07-06T21:12:52","slug":"gewerbegebiet-lohnberg-ist-umstritten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wir-in-winden.de\/?p=5196","title":{"rendered":"Gewerbegebiet Lohberg ist umstritten"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_5197\" style=\"width: 512px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.wir-in-winden.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/b\u00fcrgerversammlung1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5197\" class=\"size-full wp-image-5197\" title=\"b\u00fcrgerversammlung1\" src=\"http:\/\/www.wir-in-winden.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/b\u00fcrgerversammlung1.jpg\" alt=\"\" width=\"502\" height=\"327\" srcset=\"https:\/\/www.wir-in-winden.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/b\u00fcrgerversammlung1.jpg 1181w, https:\/\/www.wir-in-winden.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/b\u00fcrgerversammlung1-300x195.jpg 300w, https:\/\/www.wir-in-winden.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/b\u00fcrgerversammlung1-1024x668.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 502px) 100vw, 502px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5197\" class=\"wp-caption-text\">Kein  freier Platz mehr im Pfarrheim w\u00e4hrend der B\u00fcrgerversammlung zum Thema Gewerbegebiet.<\/p><\/div>\n<p>Auf reges Interesse stie\u00df die B\u00fcrgerversammlung zum Thema <strong>Gewerbegebiet Lohberg<\/strong> im Windener Pfarrheim. Rund 100 B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger wollten sich aus erster Hand \u00fcber das nach wie vor kontrovers diskutierte Planungsvorhaben der Ortsgemeinde Winden informieren. Den Fragen der B\u00fcrger standen <strong>Ortsb\u00fcrgermeister Gebhard Linscheid<\/strong> und der Entwurfsplaner, <strong>Professor Matthias Uhle<\/strong>, der selbst Mitglied des Ortsgemeinderats ist, Rede und Antwort.<\/p>\n<p>Das rund zwei Hektar gro\u00dfe Kleingewerbegebiet &#8222;Lohberg&#8220; geh\u00f6rt zur einer mehr als 20 Punkte umfassenden politischen Angenda, <!--more-->die der\u00a0 Ortsgemeinderat nach der Kommunalwahl 2009 aufgestellt hat, erl\u00e4uterte Linscheid. W\u00e4hrend Ziele wie die bessere DSL-Versorgung Windens, zwischenzeitlich erreicht worden seien, habe der Gemeinderat das Thema Gewerbegebiet aufgegriffen, als ein Windener B\u00fcrger vor knapp einem Jahr einen Antrag auf einen &#8222;vorhabenbezogenen Bebauungsplan&#8220; f\u00fcr eine Gewerbeansiedlung gestellt habe. Er habe die Gemeinde gebeten, zu pr\u00fcfen, ob es die M\u00f6glichkeit gebe, ein Gewerbegebiet in Eigenentwicklung zu planen, so Linscheid.<\/p>\n<p>Aus Sicht des Gemeinderats h\u00e4tte eine Gewerbeansiedlung in Winden &#8212; bisher haben zwei Unternehmen Interesse gezeigt &#8212; mehrere Vorteile: Die Ortsgemeinde w\u00fcrde Gewerbesteuern einnehmen und k\u00f6nnte damit dem laufenden R\u00fcckgang der Steuereinnahmen entgegenwirken. Au\u00dferdem k\u00f6nnten Arbeitspl\u00e4tze im Ort entstehen, so dass junge Familien in Winden eine Zukunft h\u00e4tten. Linscheid betonte aber auch, dass ein Gewerbegebiet nicht st\u00f6ren d\u00fcrfe und die sch\u00f6ne Landschaft erhalten bleiben m\u00fcsse. Der Standort Lohberg erf\u00fclle aus Sicht des Gemeinderats diese Bedingungen, sagte der Ortschef.<\/p>\n<p>Prof. Uhle erl\u00e4uterte den anwesenden B\u00fcrgern anschlie\u00dfend das Planungsvorhaben, an dem jeder B\u00fcrger mit eigenen Anregungen oder Bedenken mitwirken k\u00f6nne. Eingaben seien an die Ortsgemeinde Winden oder die Verbandsgemeindeverwaltung in Nassau zu richten. Im weiteren Verfahren, so Uhle, seien auch die Beh\u00f6rden zu beteiligen, anschlie\u00dfend werde es eine weitere B\u00fcrgerbeteiligung geben. Parallel zur Bauleitplanung m\u00fcsse auch der Fl\u00e4chennutzungsplan ge\u00e4ndert werden. Die Stellungnahmen von B\u00fcrgern und Beh\u00f6rden w\u00fcrden vom Ortsgemeinderat abgewogen.<\/p>\n<p>Laut Uhle gibt es in dem f\u00fcr das Gewerbegebiet vorgesehen Standort Lohberg mehrere Problembereiche, die es zu behandeln gelte:<\/p>\n<p>1. Das Gebiet liegt in der Schutzzone III des Trinkwasserschutzgebiets. Dies k\u00f6nnte ein Bodengutachten notwendig machen.<br \/>\n2. Der Lohberg liegt in der Kernzone des Naturparks Nassau.<br \/>\n3. Der Immissionsschutz ist zu beachten. Deshalb sei angedacht worden, zwischen Gewerbe- und Wochenendhausgebiet eine Schutzzone als Puffer auszuweisen, sei es eine Gr\u00fcnfl\u00e4che, eine Mischgebietsfl\u00e4che oder eine Wohnhauszeile.<br \/>\n4. Die Kosten: Derzeit gebe es zwei Planungsvarianten: mit und ohne Erschlie\u00dfungsstra\u00dfe.<\/p>\n<p>Die nachfolgende Diskussions- und Fragrunde zeigte, dass es Zustimmung, aber auch zum Teil erhebliche Bedenken gegen das Planungsvorhaben gibt.<\/p>\n<p><strong>Ralph Thomas Meyer<\/strong> fragte, ob der Eingriff in den Wald naturschutzrechtlich auch wieder im Wald ausgeglichen werden m\u00fcssen und ob das in Winden m\u00f6glich sei. Uhle erkl\u00e4rte, dass die Eingriffsfl\u00e4che mit 1,7 Hektar ermittelt worden sei. Aufschluss \u00fcber notwendige Ausgleichsma\u00dfnahmen soll ein landespflegerischer Begleitplan ergeben, den die Ortsgemeinde bereits in Auftrag gegeben habe. <strong>F\u00f6rster Bernd Schendel <\/strong>erg\u00e4nzte, dass etwa 80 Prozent der Windener Gemarkungsfl\u00e4che Wald sei. Neben einer Aufforstung komme deshalb auch eine Freihaltungsma\u00dfnahme in Betracht.<\/p>\n<p>Auf eine Frage von<strong> Markus Falterbaum<\/strong> erkl\u00e4rte Ortsb\u00fcrgermeister Linscheid, dass das Gewerbegebiet nur f\u00fcr die Niederlassung von Windener Unternehmen zugelassen w\u00fcrde. Laut Uhle ist dies auch eine Vorgabe der \u00fcbergeordneten Raumentwicklungspl\u00e4ne. Die Wasserversorgung soll mithilfe eines Wasserverbunds sichergestellt werden.<br \/>\n<strong><br \/>\nJochen Strankmann<\/strong> meinte, dass die Ausweisung des Lohberg als Wasserschutzzone III eine Gewerbeansiedlung ausschlie\u00dft. Au\u00dferdem bef\u00fcrchtet er Gefahren im Stra\u00dfenverkehr, weil von Grundst\u00fcckszufahrten oder der Erschlie\u00dfungsstra\u00dfe schlecht in die vorhandene Stra\u00dfe einzusehen w\u00e4re. Uhle sagte, dass Bauen im Schutzgebiet sei nicht grunds\u00e4tzlich verboten, allerdings k\u00f6nnte die zust\u00e4ndige Fachbeh\u00f6rde beispielsweise verbieten k\u00f6nnte, dass Heiz\u00f6l dort gelagert wird. Auch die Errichtung von Kellern k\u00f6nnte ausscheiden. Und f\u00fcr die Lagerung chemischer Materialien k\u00f6nnte es besondere Vorschriften geben. Ein bereits angefordertes Gutachten soll nun nachweisen, dass das Gewerbegebiet dem Schutzziel nicht entgegenwirkt. Hinsichtlich der Einsehbarkeit sah Uhle keine Probleme, weil das Gewerbegebiet zur Ortslage geh\u00f6ren wird.<br \/>\n<strong><br \/>\nWolfgang Siepe-Noll <\/strong>sprach die wachsende Fl\u00e4chenversiegelung an und fragte nach der Abwasserentsorgung. Laut Uhle m\u00fcssten die Betriebe Abwasserhebeanlagen einbauen, da das Schmutzwasser nicht im freien Gef\u00e4lle in die Kanalisation geleitet werden k\u00f6nne. Das Niederschlagswasser solle auf den Grundst\u00fccken oder auf Folgegrundst\u00fccken gro\u00dffl\u00e4chig versickern. Die nachfolgende Waldfl\u00e4che n\u00f6rdlich des Gewerbegebietes sei hierf\u00fcr geeignet und befinde sich in \u00f6ffentlicher Hand.<\/p>\n<p><strong>Jan-Peter Linscheid <\/strong>konnte nicht verstehen, warum B\u00fcrger gegen das Gewerbegebiet sind. Er verwies auf den demographischen Wandel, weshalb etwas zur St\u00e4rkung der j\u00fcngeren Generation getan werden m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Auf eine Nachfrage von<strong> Bettina Krau\u00df<\/strong> sagte Uhle, dass Planung und Erschlie\u00dfung des Gewerbegebietes f\u00fcr die Ortsgemeinde kostenneutral bleiben soll. Gewerbesubventionierung sei nicht geplant.<\/p>\n<p><strong>Bernhard Mielewczik<\/strong> sorgte sich um die Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung: Deren Kosten k\u00f6nnten derzeit noch nicht \u00fcberblickt werden. Uhle teilte die Bedenken, meinte aber, das zun\u00e4chst die Fachbeh\u00f6rden und Tr\u00e4ger \u00f6ffentlicher Belange geh\u00f6rt werden m\u00fcssten. Dies gelte auch f\u00fcr den Brandschutz. Wegen der m\u00f6glichen hohen Kosten gebe es zudem die erw\u00e4hnte Sparvariante.<\/p>\n<p>Kritisch sah <strong>Regine Reisinger<\/strong> das Gewerbegebiet. Sie wollte wissen, ob die Gemeinde mit mehr Steuereinnahmen rechnet, der Riesenaufwand sich \u00fcberhaupt lohnt und was die Jugend davon hat. Ortsb\u00fcrgermeister Linscheid sagte, dass die Steuereinnahmen sich wohl nicht sofort merklich erh\u00f6hen w\u00fcrden. Allerdings bestehe die Chance, Ausbildungs- und Arbeitspl\u00e4tze zu erhalten. Uhle meinte, dass laut einem Fachgespr\u00e4ch in Katzenelnbogen zum Thema \u201eEntwicklung des l\u00e4ndlichen Raumes\u201c Bewegungen erforderlich seien, wenn auch in kleinen Schritten.<br \/>\n<strong><br \/>\nBettina Krau\u00df<\/strong> hielt ein Gewerbegebiet in Winden f\u00fcr unn\u00f6tig. Von acht Windener Gewerbetreibenden h\u00e4tten sieben lediglich ein B\u00fcro und br\u00e4uchten daher keine Halle. Ortschef Linscheid entgegnet, dass Winden schon seit vielen Jahren ein Gewerbegebiet brauche.<br \/>\n<strong><br \/>\nThomas Rosendahl<\/strong> fand es zwar richtig, Chancen zu nutzen, allerdings l\u00e4gen in anderen Orten Gewerbegebiete brach. Auch k\u00f6nnte ein L\u00e4rmschutzwall erforderlich werden, und die Kosten seien unklar. Linscheid erkl\u00e4rte, dass der Gemeinderat eine weitere Entwicklung der Ortsgemeinde f\u00fcr notwendig erachte. Die Kosten der Bauleitplanung \u00fcbernehme die Ortsgemeinde.<\/p>\n<p><strong>Achim Mertlich<\/strong> meinte, die Gemeinde d\u00fcrfen nicht tatenlos zusehen, wie die Einwohnerzahlen st\u00e4ndig zur\u00fcckgehen. Nat\u00fcrlich bringe ein Gewerbegebiet Vor- und Nachteile, allerdings erwarte er Arbeits- und Ausbildungspl\u00e4tze und gegebenenfalls eine bessere Busverbindung in den Westerwald. <strong>Dr. Erika Noll <\/strong>vermisste eine Gegen\u00fcberstellung von Kosten und Nutzen des geplanten Gewerbegebiets. Prof. Uhle verwies auf die in Auftrag gegebenen Gutachten, deren Ergebnisse noch abgewartet werden m\u00fcssten.<br \/>\n<strong><br \/>\nWolfgang Siepe-Noll <\/strong>meinte, die Ortsgemeinde m\u00fcsste die Planungs- und Erschlie\u00dfungskosten vorausleisten. Linscheid best\u00e4tigte, dass der Gemeinde Kosten entstehen k\u00f6nnten, sollten Grundst\u00fccke nicht verkauft werden. Nicht auszuschlie\u00dfen sei ferner, dass eine Firma ausw\u00e4rtiges Personal besch\u00e4ftige. Bei allen Fragen m\u00fcsse vom Stand heute ausgegangen werden. Wie die Entwicklung in zehn Jahren aussieht, k\u00f6nne heute niemand wissen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf reges Interesse stie\u00df die B\u00fcrgerversammlung zum Thema Gewerbegebiet Lohberg im Windener Pfarrheim. Rund 100 B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger wollten sich aus erster Hand \u00fcber das nach wie vor kontrovers diskutierte Planungsvorhaben der Ortsgemeinde Winden informieren. 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