{"id":13064,"date":"2026-08-23T20:13:40","date_gmt":"2026-08-23T18:13:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wir-in-winden.de\/?p=13064"},"modified":"2026-08-23T20:17:27","modified_gmt":"2026-08-23T18:17:27","slug":"solarpark-winden-aus-einer-kalamitaetsflaeche-wird-ein-zukunftsprojekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wir-in-winden.de\/?p=13064","title":{"rendered":"Solarpark Winden: Aus einer Kalamit\u00e4tsfl\u00e4che wird ein Zukunftsprojekt"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"375\" src=\"https:\/\/www.wir-in-winden.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Solarpark1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13067\" srcset=\"https:\/\/www.wir-in-winden.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Solarpark1.jpg 500w, https:\/\/www.wir-in-winden.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Solarpark1-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ortsb\u00fcrgermeister Gebhard Linscheid, Staatssekret\u00e4rin Ministerium Landwirstaft , Weinbau Forsten und Umwelt, Dr. Krista Brixius, Oliver Kr\u00fcgel Fraktionssprecher der CDU im Verbandsgemeinderat, Landtagspr\u00e4sident Matthias Lammert, Katrin Eder, Fraktionsvorsitzende B\u00fcndnis90\/Die Gr\u00fcnen im Landtag sowie Verbandsb\u00fcrgermeister Uwe Bruchh\u00e4user. Foto: KI-generiert<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Gro\u00dfe Resonanz, zahlreiche G\u00e4ste aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft und vor allem ein Projekt mit einer au\u00dfergew\u00f6hnlichen Entstehungsgeschichte: Beim Tag der offenen T\u00fcr im Solarpark \u201eVor dem Lohwald\u201c wurde deutlich, welchen Weg die Ortsgemeinde Winden in den vergangenen f\u00fcnf Jahren zur\u00fcckgelegt hat. <strong>Ortsb\u00fcrgermeister Gebhard Linscheid <\/strong>begr\u00fc\u00dfte unter anderem                               Landtagspr\u00e4sident <strong>Matthias Lammert<\/strong>, Staatssekret\u00e4rin <strong>Dr. Kristina Brixius<\/strong> aus dem Ministerium f\u00fcr Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten, die fr\u00fchere Umweltministerin und heutige Fraktionsvorsitzende von B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen im Landtag, <strong>Katrin Eder<\/strong>, Verbandsb\u00fcrgermeister <strong>Uwe Bruchh\u00e4user<\/strong> sowie zahlreiche weitere Mandatstr\u00e4ger und Vertreter der Projektpartner. Im Mittelpunkt stand eine Photovoltaikanlage, die inzwischen eine Leistung von 6,2 Megawatt erreicht und j\u00e4hrlich rund 6,2 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen soll. Damit k\u00f6nnen rechnerisch etwa 2.000 Haushalte versorgt werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"375\" src=\"https:\/\/www.wir-in-winden.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Solarpark2-rotated.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13068\" srcset=\"https:\/\/www.wir-in-winden.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Solarpark2-rotated.jpg 500w, https:\/\/www.wir-in-winden.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Solarpark2-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Auch die Kirmesjugend besuchte den Solarpark.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><br>Linscheid erinnerte in seiner Ansprache daran, dass am Anfang des Projektes keineswegs eine freie Fl\u00e4che f\u00fcr einen Solarpark gestanden habe. Trockenheit, Windwurf und Borkenk\u00e4fer hatten den fr\u00fcheren Wald massiv gesch\u00e4digt. Aus dieser Situation entstand 2021 die \u00dcberlegung, die Kalamit\u00e4tsfl\u00e4che oberhalb der Kindertagesst\u00e4tte zeitweise f\u00fcr erneuerbare Energie zu nutzen und zugleich eine neue wirtschaftliche Perspektive f\u00fcr die Ortsgemeinde zu schaffen. Urspr\u00fcnglich war eine wesentlich kleinere Anlage mit rund 2,6 Megawatt vorgesehen. Im Verlauf der Planungen entwickelte sich daraus der heutige Solarpark mit 6,2 Megawatt Leistung.<br>Der Weg dorthin verlief keineswegs geradlinig. Vor allem die geplante Nutzung einer rechtlich weiterhin als Wald geltenden Fl\u00e4che f\u00fchrte zu erheblichen Diskussionen. Photovoltaikanlagen in Waldgebieten wurden auch auf Landesebene kontrovers beraten. Dabei ging es um die Frage, wie der notwendige Ausbau erneuerbarer Energien mit dem Schutz des Waldes vereinbart werden kann. Aus dieser Diskussion entstanden klare Rahmenbedingungen: Intakte Waldfl\u00e4chen sollen nicht f\u00fcr Solarparks in Anspruch genommen werden. In Betracht kommen insbesondere geeignete Kalamit\u00e4tsfl\u00e4chen. Die Fl\u00e4chen sollen in r\u00e4umlichem Zusammenhang mit Siedlungsbereichen liegen. Zudem ist die Nutzung zeitlich begrenzt. Die Fl\u00e4che in Winden bleibt Waldfl\u00e4che und nach sp\u00e4testens 30 Jahren muss die Photovoltaikanlage zur\u00fcckgebaut werden, sodass dort wieder Wald entstehen kann.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"441\" src=\"https:\/\/www.wir-in-winden.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_0080-1024x441.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13070\" srcset=\"https:\/\/www.wir-in-winden.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_0080-1024x441.jpg 1024w, https:\/\/www.wir-in-winden.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_0080-300x129.jpg 300w, https:\/\/www.wir-in-winden.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_0080-768x331.jpg 768w, https:\/\/www.wir-in-winden.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_0080-1536x662.jpg 1536w, https:\/\/www.wir-in-winden.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_0080-2048x882.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><br>Linscheid erinnerte dabei auch an einen pers\u00f6nlichen Moment, der f\u00fcr das Projekt eine entscheidende Bedeutung bekommen habe. Nachdem Forstamt und Kreisverwaltung dem Vorhaben zun\u00e4chst kritisch gegen\u00fcberstanden, sei es seine Frau Rita gewesen, die vorgeschlagen habe, unmittelbar Kontakt mit dem Umweltministerium in Mainz aufzunehmen. Sie griff selbst zum Telefon. Mit Lukas Mock und der damaligen Umweltministerin Katrin Eder habe die Ortsgemeinde anschlie\u00dfend Ansprechpartner gefunden, die bereit gewesen seien, das Windener Anliegen intensiv zu pr\u00fcfen und nach einer rechtlich tragf\u00e4higen L\u00f6sung zu suchen. F\u00fcr diese Unterst\u00fctzung dankte Linscheid sowohl seiner Frau als auch Mock und Eder ausdr\u00fccklich.<br>Katrin Eder hob in ihrer Rede besonders die Bedeutung einer regionalen Versorgung mit erneuerbarem Strom hervor. Strom, der vor Ort erzeugt werde, st\u00e4rke nicht nur die Energiewende und die Versorgungssicherheit, sondern auch die Unabh\u00e4ngigkeit Deutschlands von Energieimporten aus politisch problematischen Staaten. Ziel m\u00fcsse es sein, solche Abh\u00e4ngigkeiten deutlich zu reduzieren und im besten Fall ganz zu \u00fcberwinden. Gerade vor diesem Hintergrund seien regionale Photovoltaikanlagen wie in Winden nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch von strategischer Bedeutung. Sie machten deutlich, dass Energieversorgung zunehmend dezentral, regional und in eigener Verantwortung organisiert werden k\u00f6nne.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"395\" src=\"https:\/\/www.wir-in-winden.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Solarpark3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13072\" srcset=\"https:\/\/www.wir-in-winden.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Solarpark3.jpg 500w, https:\/\/www.wir-in-winden.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Solarpark3-300x237.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Viele Zuschauer waren zum Tag der offenen T\u00fcr im Solarpark erschienen.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><br>Staatssekret\u00e4rin Dr. Kristina Brixius brachte den Interessenausgleich zwischen Energiewende und Waldschutz in ihrem Beitrag auf den Punkt: \u201eDer Solarpark in Winden ist ein Beispiel f\u00fcr einen gelungenen Interessensausgleich: der Menschen vor Ort, dem Klimaschutz, der Energiewende und dem Erhalt der vielf\u00e4ltigen Leistungen des Waldes durch die Rahmenbedingungen, die die Forstleute f\u00fcr Solarparks wie diesen geschaffen haben.\u201c Damit werde deutlich, dass es bei dem Windener Projekt nicht um die Entscheidung \u201eWald oder Energiewende\u201c gegangen sei, sondern darum, beide Interessen miteinander zu verbinden.<br>Auch Landtagspr\u00e4sident Matthias Lammert w\u00fcrdigte das in Winden entstandene Projekt und die kommunale Initiative hinter seiner Umsetzung. Er machte deutlich, welche Bedeutung es habe, wenn Gemeinden Zukunftsaufgaben selbst aufgreifen, Verantwortung \u00fcbernehmen und Projekte trotz langwieriger Verfahren konsequent weiterverfolgen. Gerade die Entwicklung des Solarparks zeige, dass kommunales Engagement, politische Unterst\u00fctzung und verl\u00e4ssliche Partner notwendig seien, damit aus einer Idee schlie\u00dflich ein konkretes Ergebnis werde.<br>Verbandsb\u00fcrgermeister Uwe Bruchh\u00e4user hob insbesondere die enge und dauerhafte Zusammenarbeit zwischen der Ortsgemeinde Winden und den Fachabteilungen der Verbandsgemeindeverwaltung Bad Ems-Nassau hervor. Ein Projekt dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung sei nur m\u00f6glich, wenn technische, rechtliche, planerische und finanzielle Fragen \u00fcber Jahre hinweg gemeinsam bearbeitet w\u00fcrden. Bruchh\u00e4user machte deutlich, dass diese Zusammenarbeit auch nach der Inbetriebnahme des Solarparks fortgesetzt werde. K\u00fcnftig \u00fcbernimmt die Finanzverwaltung der Verbandsgemeinde auch die buchhalterische Abrechnung des Anteils der Ortsgemeinde an der Freifl\u00e4chen-Photovoltaikanlage. F\u00fcr die Verbandsgemeinde sei der Solarpark daher nicht nur ein Projekt einer einzelnen Ortsgemeinde, sondern ein Vorhaben mit Bedeutung f\u00fcr die gesamte Region. Bruchh\u00e4user betonte, dass man stolz darauf sein k\u00f6nne, mit dem Solarpark Winden ein solches Leuchtturmprojekt innerhalb der Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau zu haben.<br><strong>Axel Menze<\/strong> von S\u00fcwag Gr\u00fcne Energien stellte in seinem Beitrag besonders die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Kommunen und regionalen Energieerzeugern heraus. Zukunftsweisend sei dabei gerade die Struktur, die in Winden geschaffen worden sei: ein Dreierb\u00fcndnis aus Kommune, B\u00fcrgerenergiegenossenschaft und professionellem Energieunternehmen. Jeder Partner bringe dabei seine besonderen St\u00e4rken ein. Die Kommune schaffe \u00f6rtliche Verankerung und Akzeptanz, die Genossenschaft erm\u00f6gliche den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern eine direkte Beteiligung und S\u00fcwag Gr\u00fcne Energien bringe das technische, wirtschaftliche und energiewirtschaftliche Know-how f\u00fcr Planung, Bau und Betrieb einer solchen Anlage ein. Dieses Modell sei f\u00fcr alle Beteiligten vorteilhaft und k\u00f6nne beispielgebend f\u00fcr weitere kommunale Energieprojekte sein.<br>Ein weiterer Schwerpunkt des Tages war deshalb folgerichtig die B\u00fcrgerbeteiligung. Inga Vergin, Vorst\u00e4ndin der B\u00fcrgerenergiegenossenschaft pro regionale energie eG, erl\u00e4uterte die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, sich \u00fcber die Genossenschaft an dem Windener Solarpark und damit unmittelbar an der regionalen Energiewende zu beteiligen. Die Beteiligung erm\u00f6gliche es, dass nicht nur Strom regional erzeugt werde, sondern auch ein Teil der wirtschaftlichen Wertsch\u00f6pfung in der Region und bei den Menschen vor Ort verbleibe. Die Beteiligung von Kommune und B\u00fcrgerschaft war bereits in den fr\u00fchen Planungen ein wesentliches Ziel des Projektes.<br>Einen besonderen Dank richtete Linscheid an <strong>Christoph Funk und Johannes Schardt<\/strong> von der SYNA beziehungsweise der S\u00fcwag-Gruppe. Beide h\u00e4tten das Vorhaben \u00fcber lange Zeit begleitet und auch dann gemeinsam mit der Gemeinde nach L\u00f6sungen gesucht, wenn technische, wirtschaftliche oder planerische Probleme aufgetreten seien. Gerade bei einem Projekt dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung sei es entscheidend, Ansprechpartner zu haben, die Verantwortung \u00fcbernehmen und sich mit dem Projekt identifizieren.<br>Nach jahrelanger Planung, Bauleitverfahren, Umwelt- und Artenschutzpr\u00fcfungen, Gutachten und Vertragsverhandlungen erfolgte im November 2025 der erste Spatenstich. Nach rund f\u00fcnf Monaten Bauzeit konnte die Anlage im Juli 2026 in Betrieb genommen werden.<br>F\u00fcr Ortsb\u00fcrgermeister Gebhard Linscheid schloss sich beim Tag der offenen T\u00fcr damit ein Kreis. Noch 2022 sei der Ortsgemeinde sinngem\u00e4\u00df vermittelt worden, dass eine Photovoltaikanlage auf dieser Fl\u00e4che nicht m\u00f6glich sei. Heute werde genau dort erneuerbarer Strom produziert. Dabei gehe es nicht darum, im Nachhinein Gewinner und Verlierer zu benennen. Vielmehr zeige die Entwicklung, dass Kommunalpolitik einen langen Atem brauche und dass es sich lohne, beim ersten Hindernis nicht aufzugeben, sondern gemeinsam nach L\u00f6sungen zu suchen.<br>Aus einer durch Klimawandel und Borkenk\u00e4fer zerst\u00f6rten Waldfl\u00e4che sei so ein Zukunftsprojekt f\u00fcr Winden entstanden, das Klimaschutz, Energiesicherheit, kommunale Wertsch\u00f6pfung und B\u00fcrgerbeteiligung miteinander verbinde. Gleichzeitig bleibe die Verantwortung gegen\u00fcber dem Wald bestehen: Die Nutzung ist zeitlich begrenzt, anschlie\u00dfend soll auf der Fl\u00e4che wieder Wald entstehen. \u201eAus einem Verlust ist eine Chance geworden\u201c, fasste Linscheid die Entwicklung zusammen. Der Solarpark zeige, was auch eine kleine Ortsgemeinde erreichen k\u00f6nne, wenn Gemeinderat, B\u00fcrger, Politik, Verwaltung, Genossenschaft und Energieunternehmen gemeinsam an einem Ziel arbeiteten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gro\u00dfe Resonanz, zahlreiche G\u00e4ste aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft und vor allem ein Projekt mit einer au\u00dfergew\u00f6hnlichen Entstehungsgeschichte: Beim Tag der offenen T\u00fcr im Solarpark \u201eVor dem Lohwald\u201c wurde deutlich, welchen Weg die Ortsgemeinde Winden in den vergangenen f\u00fcnf Jahren zur\u00fcckgelegt hat. 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