{"id":10552,"date":"2022-05-08T17:58:38","date_gmt":"2022-05-08T15:58:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wir-in-winden.de\/?p=10552"},"modified":"2022-05-15T18:28:46","modified_gmt":"2022-05-15T16:28:46","slug":"forstamt-wendet-sich-gegen-flaechen-fotovoltaikanlage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wir-in-winden.de\/?p=10552","title":{"rendered":"Forstamt wendet sich gegen Fl\u00e4chen-Fotovoltaikanlage"},"content":{"rendered":"\n<p>Zu seiner ersten Sitzung ist der <strong>Energie- und Klimaausschuss der Ortsgemeinde Winden<\/strong> zusammengekommen. Thema war die vom Gemeinderat beschlossene Fl\u00e4chen-Fotovoltaikanlage. Der zwischenzeitlich zum Ortsb\u00fcrgermeister gew\u00e4hlte 1. Ortsbeigeordnete <strong>Gebhard Linscheid<\/strong> erl\u00e4uterte das Zustandekommen des Beschlusses. <\/p>\n\n\n\n<p>Ausgangspunkt sei, dass die Gemeinde Winden \u00fcber einen Hektar voll erschlossenes Gewerbegebiet verf\u00fcgt, das seit bereits sechs Jahren brachliegt. Bei einer Ortsbesichtigung mit Fachleuten sei das Gewerbegebiet f\u00fcr die Errichtung einer Fl\u00e4chen-Fotovoltaikanlage als geeignet angesehen worden, zumal hier Baureife vorliegt. Dar\u00fcber hinaus wurde auch die nach Windwurf und Borkenk\u00e4ferbefall nicht mehr vorhandene gemeindeeigene Waldfl\u00e4che oberhalb der neuen Kita besichtigt. Aufgrund ihrer Lage und Sonnenausrichtung wurde sie als der bessere Standort angesehen.  Der Gemeinderat habe daher beschlossen, die fr\u00fcheren Waldfl\u00e4chen als Plan  A zu favorisieren und das Gewerbegebiet als Plan B  zu betrachten.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings stehen das <strong>Forstamt Lahnstein <\/strong>und die <strong>Kreisverwaltung Bad Ems <\/strong>dem Vorhaben kritisch gegen\u00fcber, berichtete Linscheid. Denn die Forstverwaltung betrachte die Fl\u00e4che nach wie vor als Waldgebiet und weigere sich, diese in eine Acker- oder Wiesenfl\u00e4che umzuwidmen.  Eine Sichtweise, die f\u00fcr die Ortsgemeinde nicht nachvollziehbar sei, sagte Linscheid. Denn hier sei kein Wald mehr vorhanden, sondern lediglich Buschwerk . Auch m\u00fcsste die Fl\u00e4che im Falle eine Wiederaufforstung vollst\u00e4ndig von dem jetzigen Bewuchs befreit und vorbereitet werden. Desweiteren habe der Vertreter der Kreisverwaltung darauf verwiesen, dass eine vereinfachte raumordnerische Pr\u00fcfung nicht in Frage komme, da  diese nur f\u00fcr die gesamte Verbandsgemeinde vorgesehen sei. Dieses Verfahren ben\u00f6tige allerdings Zeit. Weiterhin wurde in dem Gespr\u00e4ch angemerkt, dass das Gebiet in der Kernzone des Naturparks Nassau liegt, dessen Belange ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssten.    <\/p>\n\n\n\n<p>Sowohl seitens der Ausschussmitglieder als auch der anwesenden Zuh\u00f6rern wurde Unverst\u00e4ndnis f\u00fcr die Sicht des Forstamts artikuliert. Hier werde ein Projekt der Ortsgemeinde, das sich durchaus als &#8222;Leuchtturm&#8220; f\u00fcr die Abkehr von fossilen Brennstoffen hin zu nachhaltiger Energiegewinnung eigne, durch b\u00fcrokratische Hindernisse gef\u00e4hrdet. Mehrere Redner forderten, dass die Ortsgemeinde \u00fcber die Landespolitik sowie die Presse Druck machen sollte, damit das Vorhaben zeitnah umgesetzt werden kann.  Als weitere Vorgehensweise wurde vorgeschlagen, die B\u00fcrger schnell und umfassend zu informieren, Fachleute des St\u00e4dte- und Gemeindebunds einzuladen und auch mit  Betreibern solcher Anlagen zu sprechen. Gro\u00dfkonzerne sollten dabei nicht zum Zuge kommen, vielmehr soll das Projekt in den H\u00e4nden der Ortsgemeinde unter Beteiligung der B\u00fcrger bleiben. Als m\u00f6gliche Betriebsform wurde in der Sitzung eine Genossenschaft vorgeschlagen.  Trotz derzeitiger Beh\u00f6rdenbedenken soll das Projekt weiter verfolgt und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung f\u00fcr Winden erstellt werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Windener B\u00fcrger h\u00e4tten im Falle der Umsetzung nach Darstellung der Ortsgemeinde etliche Vorteile zu erwarten: stabile Strompreise \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum, Planungssicherheit, gen\u00fcgend Kapazit\u00e4ten f\u00fcr alle Windener Haushalte, wirtschaftlicherer Betrieb von W\u00e4rmepumpen zur Geb\u00e4udeheizung auch unter dem Gesichtspunkt des zeitnahen Einbauverbotes von \u00d6lbrennern 2025  sowie der Aufbau von Ladestationen f\u00fcr E-Autos. <\/p>\n\n\n\n<p>Nach Linscheids Angaben ist die Fl\u00e4che oberhalb der Kita f\u00fcnf Hektar gro\u00df. Dort k\u00f6nnte eine Modulfl\u00e4che von etwa 13.000 Quadratmetern errichtet werden kann. 6800 Module k\u00f6nnten eine PV-Generatorleistung von rund 2620 kWp erzeugen. Der prognostizierte Ertrag l\u00e4ge bei einer  Netzeinspeisung von rund 2,733 Millionen KWh, der Jahresertrag etwa  1.043 KWh\/KWh. CO2-Emissionen von rund 1,285 Millionen kg\/Jahr  w\u00fcrden vermieden. Die Investitionskosten betragen 2,070 Millionen Euro, die frei finanziert werden m\u00fcssen. Erwartet wird eine Gesamtkapitalrendite von 2,28 Prozent. Die Amortisationsdauer betr\u00e4gt 22,5 Jahre. Die Stromgestehungskosten liegen bei 3 Cent\/kWh bei Volleinspeisung. Eine Netzeinspeisung w\u00e4re direkt m\u00f6glich. Desweiteren w\u00e4re zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt durch den vorhandenen Hochbeh\u00e4lter die M\u00f6glichkeit gegeben, in Verbindung mit der Fl\u00e4chen-Fotovoltaikanlage gr\u00fcnen  Wasserstoff zu generieren und diesen bis zu einem gewissen Prozentsatz in das Erdgasnetz einzuleiten. <\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu seiner ersten Sitzung ist der Energie- und Klimaausschuss der Ortsgemeinde Winden zusammengekommen. 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